Nachwort 1

Ein riesiges Dankeschön an alle, die gestern einfach aufgestanden und aus der Schule gegangen sind!
Ihr wart nicht viele, aber ihr wart super!

Wir haben nicht vor, es dabei zu belassen; es wird sicher nicht der letzte Streik gewesen sein. Darum wird hier in Kürze der Termin für ein erstes Nachbereitungstreffen stehen.
Reinschauen lohnt sich!

Der 12. November an Dresdner Schulen

Wir wollten den 12. November so einheitlich wie möglich gestalten, darum hier noch einmal der konkrete Aufruf:

Nutzt den Schulstreik bitte nicht, um blau zu machen, sondern kommt in die Schule, sammelt euch und geht geschlossen zur Demo gegen das Hochschulgesetz. Euer Eintreffen sollte gegen 12:30 am Fritz-Förster-Platz erfolgen.
Ziel ist es dabei, einen großen Schülerblock zu bilden und auch als solcher zu erkennen zu sein, darum: Bringt Transparente, Schilder o.Ä. mit, auf dem eure Vorwürfe, Forderungen oder Wünsche stehen. So können wir gemeinsam mit den Studenten für ein humaneres Bildungssystem kämpfen, denn: Keiner ist von unserer selektiven Bildungsmaschinerie erlöst, nur weil er/sie Gymnasium oder Hauptschule geschafft hat. In Studium oder Ausbildung, selbst bei Weiterbildungen geht der Druck weiter!

Um 16:30 geht es vor dem Sächsischen Landtag in die nächste Runde: Auch hier sollte ein möglichst großer Schülerhaufen möglichst viel Krach machen.

Um etwas zu verändern, müssen sich alle Betroffen zusammenschließen und ihren Protest gegen Bildungsabbau und -misere geschlossen vortragen!

Eindeutige Solidarisierung der GEW mit Protesten

An alle Schüler, die noch Sorgen haben, dass die Beteiligung am Schulstreik Konsequenzen für sie haben könnte:

Die GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) Sachsen hat in einem Rundschreiben alle Mitglieder aufgefordert, an den Protesten teilzunehmen. Sie plant dafür eine eigene Kundgebung vor dem Landtag, die um 16:30 beginnen soll.
Das dürfte ohne weiteres mit der Studentendemo zu vereinbaren sein; darum: Hingehen, möglichst zahlreich, und gemeinsam für bessere Bildung demonstrieren, die Schülern und Lehrern etwas bringt!

„Gegen eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen an den Schulen müssen wir ein deutliches Zeichen setzen. Je mehr wir in Dresden sind, desto wirksamer wird unser Protest sein.“ (Sabine Gerold von der GEW Sachsen)

www.gew-sachsen.de

Schulstreik!

Mittwoch, 12.11.08

Liebe SchülerInnen,

aus Anlass des bundesweiten Schulstreiks am 12.11. mit wahrscheinlich über 100.000 SchülerInnen rufen wir euch auf am 12.11. den Unterricht zu verlassen und der StudentInnendemo gegen das neue Hochschulgesetz anzuschließen.
Demostart ist 12:45 Uhr am Fritz-Förster-Platz.

- Kostenlose Bildung für alle
- Weg mit dem dreigliedrigen Schulsystem
- 100.000 neue LehrerInnen
- Klassen von maximal 20 SchülerInnen
- Nein zu Studiengebühren

+++Planung fürs RoRo+++

Die vorläufige Planung für das Romain-Rolland -Gymnasium:

Montag, 10. November:
- 1. Hofpause Infos
- nach der 7. Stunde gemeinsam Transpis malen

Mittwoch, 12. November:
- 1. Hofpause „Aktive Pause“
- nach der 4. Stunde gemeinsamer Zug zur Studentendemo an der Uni (Beginn: 13 Uhr am Frit-Förster-Platz)

Der letzte Schulstreik (September 2006)

Der Berliner Schulstreik macht Schule: auch in der sächsischen Hauptstadt gab‘s Proteste

Etwa tausend GymnasiastInnen haben am 29. September vor dem sächsischen Landtag in Dresden gegen die geplante Oberstufenreform demonstriert. Der Stadtschülerrat Dresden hatte aufgerufen, während einer von der Linksfraktion beantragten Anhörung im Schulausschuß lautstark gegen das Vorhaben von Kultusminister Steffen Flath (CDU) zu protestieren.

Flath plant, in der gymnasialen Oberstufe die Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Fächern stark einzuschränken. Als Leistungskurse gäbe es nur noch Deutsch, Mathemathik und Fremdsprachen – Biologie, Chemie, Kunst u. a. wären nicht mehr im Angebot. Außerdem würde sich die Wochenschulzeit auf 35 bis 40 Stunden erhöhen. Die Hauptforderung der Demonstration war die Beibehaltung des Kurssystems. Die OberstufenschülerInnen wollen nicht in einheitliche Klassenverbände gepackt werden.

Ob man die Reform verhindern kann? „Ich glaube nicht“, meinte eine 14jährige, die erst morgens vor dem Schultor von der geplanten Protestaktion erfahren hatte. „Aber einen Versuch ist es wert.“ Der Stadtschülerrat mobilisierte seit etwa zwei Wochen für die Demonstration und verteilte 5000 Flyer. „Heute zeigen wir die gelbe Karte für Flath“, rief ein Schülerratsvertreter. „Es ist seine letzte Chance!“

„Wir müssen mit der Regierung französisch reden!“ rief ein Vertreter der Schülerinitiative „Bildungsblockaden einreißen!“ aus Berlin, die gut zwei Wochen vorher einen Schülerstreik mit 8000 Teilnehmern organisiert hat. „Das bedeutet nicht, daß wir unsere Forderung en francais abgeben müssen. Es bedeutet, daß SchülerInnen, StudentInnen, ArbeiterInnen, Arbeitslose, MigrantInnen alle mit einer Stimme reden.“

Die SchülerInnen stellten sich an die Absperrgitter direkt vor dem Landtag, ein bißchen Müll flog in Richtung Eingang. Rufe wie „Flath, komm raus!“ wurden immer lauter. Aber auf dem Platz sind Kundgebungen verboten. Die Polizei drohte den Demonstrationsanmelder Innen mit Tausenden Euro Bußgeld, bis sie die Versammlung für aufgelöst erklärten.

Trotzdem blieben Hunderte Jugendliche sitzen und riefen: „Wir bleiben hier.“ Gegen zwölf Uhr kamen mehrere Abgeordnete der Linkspartei.PDS auf den Platz, um mit den SchülerInnen zu reden, die neben der Ablehnung der Schulreform auch kleinere Klassen, besser bezahlte LehrerInnen und ein einheitliches, bundesweites Schulgesetz forderten. „Danke, daß ihr die Stellung haltet“, sagte Cornelia Falken, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, den GymnasiastInnen per Megaphon. Sie hätte einen Antrag auf eine Auszeit im Ausschuß gestellt, damit alle Abgeordnete mit den SchülerInnen reden könnten. Dieser Antrag sei jedoch abgelehnt worden.